Villa Amalia

Am 29.04.2017 öffnete die Villa Amalia für eine Gruppe Fotografen ihre Pforten. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an die Landmarken AG, die dies ermöglichte.

Die zweigeschossige Villa liegt leicht versteckt in einem kleinen Park, der aus einem alten Bestand aus Buchen und Kastanien besteht. Ein Springbrunnen befindet sich im Außenbereich, der ebenfalls Teil des Baudenkmals ist. Das Gebäude wurde im Stil des Historismus mit Elementen der Neorenaissance erbaut und ist ein Vertreter des typischen Landhauses der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Werksteinfassade wird durch einen sechseckigen Turm bestimmt, dessen verschieferte Haube ursprünglich noch mit einer Laterne versehen war.

Die Berliner Architekten Walter Kyllmann und Adolf Heyden erbauten die Villa von 1883 bis 1884 an der Briller Straße für Albert Neuhaus. Der Name Amalia ist der Vorname der Gattin Neuhaus‘ gewesen.

1976 war das Gebäude vom Abriss bedroht, wurde aber unter Denkmalschutz gestellt und durch private Initiative von Bernt Westarp gerettet. Die Villa Neuhaus wurde von 1980 bis 1991 als Pflegeeinrichtung genutzt und von Bernt Westarp geleitet.

Seit dem 1. August 1990 war sie im Besitz der Johannes Seniorendienste e. V., einem diakonischen Verband mit bundesweit rund 3.300 Plätzen in über 50 Einrichtungen, gewesen. Der Verband betrieb in der Villa Amalia unter dem Namen „Johanneshaus Am Brill“ ein Altenheim und bot Platz und Betreuung für rund 90 Senioren. Im Juli 2012 wurde bekannt, dass die Johannes Seniorendienste insolvent sind und abgewickelt werden.

Im Juni 2015, nach drei Jahren Leerstand, hat eine Aachener Immobilienfirma die Villa erworben hatte. Es ist beabsichtigt, dass eine denkmalgerechte Sanierung erfolgen soll und anschließend an eine Agentur, Kanzlei oder Praxisgemeinschaft zu vermieten. Dabei sollen der Anbau und die Kapelle kurzfristig zurückgebaut werden.

Wer das Gebäude heute besucht, könnte auf jeden Fall noch Tasteninstrumente spielen. Ein Klavier und ein Harmonium stehen in den schicken Räumen parat. Aktuell werden die Räume saniert und für eine spätere Verwendung hergerichtet. Insofern sind natürlich nicht mehr alle Räume im ursprünglichen Stil vorhanden. Das wunderschöne Treppenhaus und einige Räume haben aber ihren alten Charme behalten.

Neben dem Klavier und dem Harmonium will die Landmarken AG auch weitere Antiquitäten an Ort und Stelle lassen. Echte Hingucker, wie große Spiegel oder die aufwendigen Wandvertäfelungen.

Bis Ende des Jahres soll die Villa, so der Wunsch des Projektentwicklers, vermietet sein. Kanzleien, Praxen oder eine Hochschule wären denkbare Mieter.


 

Autor: Thomas Gerwert

Hobbyfotograf mit Fokus auf Lost Places / Urban Exploration

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